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Reifeprüfung in der Bundesliga
Faustball TSV Calw steigt mit Heimspielen und einem Derby gegen Dennach ein
Calw (svh). Das letzte „heiße“ Training vor dem Bundesliga-Start der Calwer Faustballerinnen endete mit einem Schock: TSV-Neuzugang Sarah Schenk knickte um, Außenbandverletzung. Ob die Nationalspielerin fit wird, bevor am Sonntag (ab 11 Uhr) in der Wimberger Berufsschul-Turnhalle Favorit TSV Dennach sowie ATS Kulmbach beim Erstliga-Neuling gastieren, steht in den Sternen.
„Aber gerade dieser Unfall unterstreicht, wie wichtig es ist, einen kompletten und ausgeglichen guten Kader zu besitzen“, weiß Trainer Ralf Schöck. Er konstatiert, dass seine sehr junge Mannschaft der überwiegend routinierten Konkurrenz im Faustball-Oberhaus „rein spielerisch durchaus gewachsen ist. Ich habe keinerlei Bedenken.“ Ob es für das in orange auftretende Team von der Nagold auch zu ersten Punkten reicht? „Gegen Dennach wird es schwer. Aber wenn unsere Schlagfrau Stephanie Dannecker einen guten Lauf hat, ist sogar da etwas drin“, schätzt Schöck die Situation vor dem Auftakt-Kracher ein. „Wichtiger aber ist die Begegnung mit Kulmbach.“ Die Oberfränkinnen „liegen auf unserem Niveau, mit ihnen müssen wir uns messen“.
Das Ziel der Calwerinnen ist klar: Rechtzeitig Punkte gegen den Abstieg zu sammeln, um letztlich einen sicheren Mittelfeldplatz einzunehmen. „Höhere Ziele können wir uns dann später vornehmen. Zunächst geht es darum, Erfahrung und Sicherheit zu sammeln. Nächstes Jahr sind unsere Talente wieder ein Stück erfahrener und besser“, so Schöck. Seine Ehefrau Elke bleibt mit ihrer langjährigen Bundesliga-Routine aus Böblinger Zeiten ein fester Halt im Team und soll – zusammen mit der 29-jährigen Ex-Weltmeisterin Sarah Schenk – die fünf Teenager im Calwer Trikot (Lisa Kübler, Selin Stoll, Steffi Dannecker, Sandra Janot und Rahel Hartmann) auf große Aufgaben in der Zukunft vorbereiten.
Gut für den TSV Calw, dass die meisten Auswärts-Stationen dieser Hallensaison nicht allzu weit entfernt sind. Die „Belle Etage“ des Südens wird aus neun Mannschaften aus Bayern, Baden und Schwaben gebildet, ostdeutsche Teams sind in diesem Jahr nicht mit von der Party. Die drei Spitzenreiter nach dem letzten Spieltag (7. Februar 2010) reisen zur Deutschen Meisterschaft, die Ende Februar in Niedersachsen steigt. Favoriten sind TSV Dennach, TV Bretten sowie der TSV Niedernhall. Um die Plätze dahinter kämpfen neben Calw der Mit-Aufsteiger TuS Aschaffenburg, TSV Karlsdorf, TV Käfertal, ATS Kulmbach sowie die ESG Frankonia Karlsruhe. Zwei Teams steigen in die 2. Bundesliga ab.
Nachdem die Calwer „Girl Group“ bei B- und A-Jugend-Meisterschaften reüssierte, bei den „Großen“ sowohl in der Halle als auch auf dem Feld den direkten Durchmarsch in die höchste Spielklasse schaffte, beginnt eine neue Lehrzeit. „In der 1. Bundesliga geht es gnadenlos zu. Diese Teams halten nicht einfach den Ball im Spiel, sondern suchen aktiv den Punktgewinn. Die Angreiferinnen schlagen wesentlich härter und platzierter“, so Ralf Schöck vor der ersten „Reifeprüfung“ am Sonntag. „Der Aufstieg ist ein Quantensprung.“