TSV Calw 1846 - Faustball


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Schwabo 07.12.2009

Presse > Bundesliga > Hallenrunde 2010

Angekommen im Oberhaus

Faustball Bundesliga-Aufsteiger TSV Calw begeistert mit glatten Siegen

Calw (svh). Mit ihrer besten Leistung seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga Süd glichen die Frauen des TSV Calw ihr Punktkonto auf 8:8 Zähler aus, rückten auf Platz 5 vor und schraubten dank zweier 3:0-Siege gegen ESG Frankonia Karlsruhe und TSV Niedernhall ihr Satzverhältnis auf 16:16. Die Schwarzwälderinnen sind endgültig im Oberhaus angekommen.

Was die in bester Aufstellung angetretenen Calwerinnen in der Wimberger Kreissporthalle boten, ließ das Publikum mit der Zunge schnalzen. Das Tabellenschlusslicht aus Karlsruhe stellte im ersten Durchgang (11:5) keinen Prüfstein dar. Im zweiten Satz allerdings bekam Calw einmal mehr den „Zitterer“ und erschwerte sich mit Leichtsinnsfehlern das Leben. Wenige konzentrierte Momente genügten, um mit 15:13 gegen die jungen Gäste trotzdem die Oberhand zu behalten. „Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen“, räumte Trainer Ralf Schöck ein. Auch Abwehrspielerin Sandra Janot atmete tief durch: „Das wäre wieder ein unnötiger Krimi geworden.“

Mehrmals stellte Schöck seine Abwehr um, schickte die routinierte Sarah Schenk auf die linke Seite und Sandra Janot auf rechts. Plötzlich lief es wie am Schnürchen. Lisa Kübler platzierte die Vorlagen präzise an die Leine. Die nach überstandener Grippe befreit aufspielende Hauptangreiferin Stephanie Dannecker knallte die Kugel in die gegnerischen Lücken. Und die gewiefte Zweitschlägerin Elke Schöck ließ mit „Köpfchen“ die Karlsruherinnen ein ums andere Mal ins Leere laufen. 11:3 – das „Vierpunkte-Spiel“ war gewonnen, der Jubel über den ersten Calwer 3:0-Bundesligasieg riesengroß.

Während die Badenerinnen im zweiten Spiel des Tages nach hart umkämpften Sätzen auch Niedernhall 0:3 unterlagen, wusch Ralf Schöck in der Umkleidekabine seinen Spielerinnen die Köpfe. „Er erklärte uns, dass wir endlich lockerer werden können und uns nicht mehr selbst im Weg stehen sollen. Nach unserem dritten Saisonsieg sind wir schließlich im Soll“, verriet Sandra Janot, die ihre aufsteigende Formkurve der letzten Wochen untermauerte.

Offenbar fand der Coach die richtigen Worte. Im Spitzenspiel des Tages musste der Traditionsklub TSV Niedernhall ohne Zuspielerin Bianca Mollenhauer antreten. Trotzdem verlangte die Hohenloher Schlagfrau Michaela Kreß der Heimmannschaft im ersten Satz alles ab. Die Abwehrreihe in den orangenen Trikots musste in dieser Phase Schwerstarbeit verrichten. Auch die Angreiferinnen hatten mit „linken Dingern“ der besten Niedernhallerin alle Hände voll zu tun. Mal kurz und soft, dann wieder lang und hart, oder fast parallel zur Leine – die Nr. 9 der Gäste hatte alles drauf. Zwischen ihr und der 16-jährigen Calwer Hauptschlägerin Stephanie Dannecker entwickelte sich nun ein elektrisierendes Duell – mit dem besseren Ende für die blendend aufgelegte „Steffi“. In den wichtigsten Phasen fand sie Lücken, ballte nach „Big Points“ – ihre Gegnerinnen anblickend – jubelnd die Faust. 11:9.

Es war, als hätten die Einheimischen den Gästen den Zahn gezogen. Michaela Kreß fiel nicht mehr viel ein, Calw spielte aus einem Guss: Der Abwehrriegel war nicht zu knacken, vorne wirbelten abwechselnd Elke Schöck und ihre Nichte Steffi nach Belieben. Da kam nicht nur bei den Zuschauern beste Laune auf. Selten sah man das Calwer Team so launig, locker und souverän. Der Trainer und die Gewehr bei Fuß stehenden Selin Stoll und Rahel Hartmann beobachteten das Geschehen entspannt. 11:5 endete der zweite Satz und auch im dritten (11:7) ließen die Aufsteigerinnen nichts anbrennen. „Das war unser bestes Bundesligaspiel“, wusste Lisa Kübler. Sarah Schenk, die erfahrene Nationalspielerin, lobte ihre jungen Mitstreiterinnen und attestierte ihnen „große Fortschritte“. Sandra Janot nach der abschließenden Teambesprechung: „Diesmal hatte der Trainer nur Lob für uns. Endlich einmal.“

„Jetzt war zu sehen, was diese Mannschaft tatsächlich drauf hat. Nach diesem Befreiungsschlag und mit sechs Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz können wir locker flockig aufspielen, schon am nächsten Sonntag“, so Ralf Schöck. Da geht es gegen die Spitzenteams vom TSV Dennach (10:2 Punkte) sowie Gastgeber ATS Kulmbach (10:6). Bange machen gilt trotzdem nicht. „Denn“, so Schöck, „je stärker unser Gegner, desto mehr dreht auch meine Mannschaft auf.“

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letzte Aktualisierung am: RS 01.09.2010

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