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Eine Weltmeisterin in Calw
Faustball Sarah Schenk verstärkt Bundesliga-Aufsteiger TSV: „Starkes Team“
Calw (svh). In wenigen Tagen, am 8. November in der Wimberger Berufsschulhalle, beginnt für die Faustballerinnen des TSV Calw das Abenteuer 1. Bundesliga Süd. „Wir sind gerüstet“, weiß Trainer Ralf Schöck. Er setzt auf eine „gesunde Mischung“ aus jungen Wilden und abgeklärten Routiniers. Zusätzliche Sicherheit soll der Mannschaft Neuzugang Sarah Schenk verleihen, die im Sommer vom TV Stuttgart-Stammheim in die Hessestadt wechselte.
Die 29-Jährige ist der lebende Beweis dafür, dass nicht nur im Kindesalter sportliche Ausnahme-Talente herauszukitzeln sind. „Mit 18 Jahren auf einem Turnfest habe ich zum ersten Mal Faustball gespielt“, erinnert sich die Schwäbin, die zuvor lediglich Schulsport trieb. So begann eine Faustballerinnen-Karriere, die in der Nationalmannschaft und mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft (2006) sowie zweier EM-Titel (2007 und 2008) mündete. „Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Länderspiele ich bestritten habe“, sagt die sympathische Neu-Calwerin. Und schon gar nicht, wie viele Auftritte sie mit Bundesliga-Teams absolvierte.
Von 1998 bis 2000 trug sie das Stammheimer Trikot. „Dann ging ich für vier Jahre zum Süddeutschland-Primus nach Böblingen, wo ich meinen jetzigen Trainer Ralf Schöck und seine Frau Elke kennen lernte.“ Das schönste Erlebnis: Platz 3 in der deutschen Meisterschaft. Danach folgte ein zweijähriger Aufenthalt im „badischen Ausland“, wie sie scherzt, beim TV Bretten – den sie nun in der 1. Bundesliga Süd wieder trifft. 2006 zog es Sarah Schenk wieder zum Heimatverein in Stuttgarts Norden.
Doch dort lief es zuletzt nicht mehr glücklich. „Die junge Stammheimer Mannschaft fiel leider auseinander“, es folgte der Abstieg in die zweite Spielklasse. Und Sarah Schenk musste wegen einer langwierigen Verletzung aussetzen, ihre EM-Teilnahme abhaken. „Jetzt bin ich wieder da und will es mir auch selbst beweisen, was ich drauf habe.“ Dem Nationalkader gehört die Defensiv-Arbeiterin nach wie vor an und vielleicht spekuliert sie darauf, bald wieder internationale Auftritte in Angriff zu nehmen. Im November 2010 steigt die WM in Chile, und starke Leistungen beim Aufsteiger TSV Calw wären die beste Empfehlung an Bundestrainerin Silke Eber. „Das wäre ein ,Nice-to-have’, ist aber nicht der Grund, weshalb ich nach Calw gekommen bin.“ Vielmehr gefällt ihr das Umfeld, die Aufbruchstimmung, das familiäre Klima unter den Faustballern, „und dass ich, wie schon in Böblingen, wieder mit Elke spielen kann. Außerdem macht Ralf ein Super-Training. Da ist System zu erkennen“, sagt sie, die schon einige Coaches erlebt hat.
Zu den Perspektiven des TSV Calw befragt, überlegt Sarah Schenk einen Moment, als müsse sie ihre Worte genau abwägen. „Es ist ein sehr talentiertes Team, eine starke Mischung aus Jungspunden und erfahrenen Kräften. Wir ,Alten’ bringen unsere Erfahrung ein, die Talente den Erfolgshunger. Als größtes Problem sehe ich die Nervosität mancher Spielerinnen und es ist vielleicht kein Vorteil, dass wir am 8. November gleich vor heimischem Publikum gegen Liga-Favorit Dennach starten. Trotzdem erwarte ich einen Platz im vorderen Mittelfeld der Liga. Ehrlich gesagt, würde ich gerne wieder eine deutsche Meisterschaft spielen.“ Dafür müsste Calw unter die Top-Drei im Süden vorstoßen. „Spielerisch hat’s diese Mannschaft drauf.“